Der St.-Pauli-Bunker in Hamburg wurde zum Techno-Club mit begrüntem Dach, ein schiefer Bunker in Friesland zum Kletterturm des Alpenvereins, in Düsseldorf steht eine Bunkerkirche.
Trotz seiner geografischen Nähe bleibt der Krieg für viele abstrakt, und die Bunker erscheinen als Sinnbilder einer Gesellschaft im Spannungsfeld zwischen Offenheit und Abwehr. Entfremdet von ihrem Ursprung werden sie zu ästhetischen Alltagsorten der Kunst und Kultur, des Sports, des modernen Wohnens oder zu Touristenattraktionen.
Niklas Grapatin setzt sich in dieser Serie mit der Ambivalenz dieser Architektur im Stadtbild auseinander. Fasziniert von der Formenvielfalt der Bunker ist er durch Deutschland gereist und hat eine fotografische Serie geschaffen, die diese Baukörper im Zusammenspiel mit ihrer Umgebung zeigt.