Mood – Lena Giovanazzi

Lena Giovanazzi
Fotograf:in
Lena Giovanazzi
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Creative

Wir freuen uns, die Fotografin Lena Giovanazzi zu vertreten. Lena lebt und arbeitet in Berlin und Freiburg.

Sie wuchs im Südschwarzwald auf, studierte Kommunikationsdesign an der Fachhochschule Mainz und besuchte die Meisterklasse von Ute Mahler und Ingo Taubhorn an der Ostkreuzschule für Fotografie in Berlin.

Lena Giovanazzi arbeitet sowohl an persönlichen Projekten als auch im Auftrag verschiedener Magazine, Publikationen und Agenturen.

 

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Reportagen von Lena Giovanazzi

 

Lesen Sie am Ende dieses Beitrags was wir Lena zu ihrer Arbeit gefragt haben. 

»Eine andere Form der Dokumentation sind meine Moodbilder: Diese sind oft spontane Alltagsmomente –meistens nicht geplant
oder inszeniert. Sie sind so etwas wie ein experimentelles visuelles Tagebuch und Fingerübungen der dokumentarischen Arbeit.«

 

laif: Liebe Lena, herzlich willkommen als neues Mitglied bei laif! Wir freuen uns, dass du unser Portfolio bereicherst. Dein Weg in die professionelle Fotografie war kein linearer, denn eigentlich kommst du aus dem Bereich Design. Was hat dich gereizt, dass du dich schließlich für den Beruf der Fotografin entschieden hast?

Lena: Mir war zu dem Zeitpunkt meines Kommunikationsdesign-Studiums an der FH Mainz schon klar, dass ich Fotografin werden wollte. In meiner Jugend war mir die Kamera über Experimente mit einer Klassenzeitung, die ich mit Freunden gegründet hatte, ein wichtiges Mittel geworden, auf andere Menschen zuzugehen.
Unklar war mir damals allerdings, welche Bereiche es innerhalb der Fotografie gibt, Vorbilder hatte ich kaum. Im Studium begeisterten mich dann auch Buch- und Magazingestaltung, Typografie, Corporate Design und Film. Es taten sich so viele Bereiche innerhalb der Gestaltung auf, die ich alle ausprobieren wollte. Trotzdem blieb mein Wunsch, Fotografin zu werden, bestehen.
Nach dem Studium machte ich Praktika in verschiedenen Designbüros, und zuletzt arbeitete ich drei Jahre für das Architekturmagazin uncube, wo ich für die Gestaltung und Bildredaktion zuständig war. Nebenbei baute ich mir mein fotografisches Portfolio auf, fotografierte Portraits, Orte, Momente. Als das Magazin eingestellt wurde, bin ich ins kalte Wasser gesprungen und habe mich Redaktionen und Agenturen vorgestellt.

laif: Neben deinen Porträtserien fällst du auch mit sehr kreativen Moodbildern auf. Hilft dir dabei deine Designausbildung oder entstehen diese Motive quasi „nebenbei“?

Lena: In meiner Design-Ausbildung habe ich ein Gespür für Komposition, Strukturen, Formen, Farbe und Licht bekommen und wie Bilder in verschiedenen Medien wirken.
Trotzdem würde ich sagen, dass mich die Meisterklasse an der Ostkreuzschule mit Ute Mahler und Ingo Taubhorn, die ich 2015 begann, am meisten geprägt hat, – dort verstärkte sich mein Fokus auf dokumentarische Fotografie. Zu diesem Zeitpunkt arbeitete ich an einer ersten freien dokumentarischen Arbeit – „Willkommen in Wies“ –, die Ankunftsgeschichte einer Gruppe von Geflüchteten, die im Frühjahr 2016 in meinem Heimatdorf lebten. Perspektiven und Geschichten von und mit Menschen zu entdecken, interessiert mich seitdem am meisten.

Eine andere Form der Dokumentation sind meine Moodbilder: Diese sind oft spontane Alltagsmomente – meistens nicht geplant oder inszeniert. Sie sind so etwas wie ein experimentelles visuelles Tagebuch und Fingerübungen der dokumentarischen Arbeit. Ich bin viel unterwegs, und eine Kamera ist immer dabei.

laif: Du arbeitest auch mit Bewegtbild. Gibt es Themen, die sich besser als Film umsetzen lassen und wie gehst du daran?

Lena: Mein erster Film war meine Abschlussarbeit: „stimmig – 10 Vokalexkursionen“ (2011). Ich setzte mich mit dem Thema Stimme auseinander – ein sehr persönliches Thema, da ich meine Gesangsstimme zeitweise verloren hatte. Nachdem ich zuerst rein fotografisch und an ein Buchprojekt gedacht hatte, entschied ich mich bald für das Medium Film, da ich somit auch all die Klänge hörbar machen konnte, die ich in der Arbeit erkundete.

Aktuell arbeite ich an einem dokumentarischen Kunstfilm über eine großartige Frau, die mit Demenz lebt. Ich setze mich darin mit den Themen Altern, Tod, Verlust und Schönheit auseinander. Die Protagonistin hat eine besondere Art, das Zauberhafte in der Welt zu sehen: Für sie ist jeder Stein, jedes Blütenblatt, jedes Insekt etwas Besonderes. In diesem Falle arbeite ich mit Film, um die Nuancen ihres Blicks auf die Welt und ihrer immer wieder neuen Erforschung ihrer Umgebung sichtbar zu machen.
Meine Herangehensweise ist eher intuitiv. Mit der Fotografie lässt sich eine dichtere Intensität und ein Gefühl von Zeitlosigkeit erzeugen, Bewegtbild hingegen nimmt die Betrachterin mehr in den Moment mit und lässt sie am Geschehen teilhaben. Beides in demselben Projekt zu kombinieren und die unterschiedlichen Sprachen und technischen Möglichkeiten beider Medien immer wieder neu auszuhandeln, finde ich spannend.

laif: Du stammst aus dem Schwarzwald und wirst häufig für die Region rund um Freiburg gebucht, lebst aber in Berlin. Welche Rolle spielt deiner Meinung nach der Faktor Standort bei Fotoaufträgen?

Lena: Seit über zehn Jahren lebe ich in Berlin und fühle mich dort wohl. Ich bin aber auch gerne unterwegs und habe dabei meine ursprüngliche Heimat fotografisch neu entdeckt. In meinem Projekt Black Black Forest experimentiere ich mit abstrahierten Landschaftsstudien im Schwarzwald. Das Reisen ermöglicht mir eine größere Vielfalt an Aufträgen und gleichzeitig Abwechslung und Inspiration für meine freien Arbeiten.

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