Bettina Flitner und Peter Bialobrzeski an einem Abend:

In der Reihe »CineMAKK« gibts am Donnerstag den 5. Mai um 19 Uhr gleich zwei Filme zu sehen:

»Mein Feind« – Geschichte einer Ausstellung, Film von Bettina Flitner

„Haben Sie einen Feind? Und wenn ja, was würden Sie mit ihm tun – wenn Sie es ungestraft tun dürften?“ Diese Frage stellte Bettina Flitner Passantinnen auf den Straßen von Köln und Berlin. Für ihre Antwort stand den Frauen ein Arsenal von Spielzeugwaffen zur Verfügung, zu dem sie greifen konnten. Entstanden sind 14 Fotoporträts und 14 überraschende Geständnisse. Alle Frauen hatten einen Feind, fast alle Frauen träumten vom Töten. Flitner stellte im Jahr 1992 die überlebensgroßen Fotoskulpturen auf die Kölner Einkaufsstraße Schildergasse. Die Ausstellung wurde zum Skandal. „Hassverzerrte Gesichter, Fratzen der Gewalt“ titelte die Bildzeitung. Die Ausstellung wurde verboten, der Staatsanwalt ermittelte wegen Volksverhetzung und Beleidigung. Es kam zu Messerattacken auf die Bilder. All das dokumentierte Bettina Flitner zusammen mit der Kamerafrau Christel Fomm in dem 30-minütigen Film. Er wurde auf internationalen Festivals gezeigt (u.a. auf der Berlinale) und erhielt zahlreiche Preise.

»Die Suche nach der Stadt von Morgen. Der Fotograf Peter Bialobrzeski«, Film von Jörg Daniel Hissen

Alle Hochkulturen waren Stadtkulturen, Metropolen sind ein uraltes Phänomen. Die Polarisierung der Gesellschaft ist in allen Megastädten der Erde am weitesten fortgeschritten. Wie kann man in Städten leben, in denen sich die Skyline im Tagesrhythmus ändert, in denen keine Straße, kein Winkel so lange unangetastet bleibt, dass sie einem vertraut werden können? Wie kann man in einer Fläche existieren, die, wie Soweto/Johannesburg ohne Ränder ist, ohne Abschluss und Grenze, prinzipiell unendlich und immer gleich im Raum ausdehnbar? Was passiert, wenn Städte wie Hamburg mit Geschichte und Industrie ihr Aussehen und ihre Funktion grundlegend ändern? Was ist die Zukunft des Urbanen, wie lebt der Mensch in dieser Zukunft, was ist sein Raum? Und wo ist Raum für Individualität? Diesen existentiellen Fragen spürt der Künstler und Fotograf Peter Bialobrzeski nach. Sein Blick soll der Schnelligkeit des Wandels Einhalt gebieten, indem er ein gigantisches Stillleben daraus macht. Die Wirkung seiner Bilder ist außergewöhnlich. Sie wirken monumental, wuchtig. Sie sind „frozen images“ unseres Lebens, unserer Umgebung.

Für den 2. Juni 2022 ist die Vorführung von »Christo und Jeanne-Claude« von Jörg Hissen und mit Wolfgang Volz geplant.

Alle Infos über die Reihe »cineMAKK« im Rahmenprogramm der Ausstellung »40 Jahre laif – 40 Positionen dokumentarischer Fotografie«