Nach der mechanischen und elektrischen Revolution der Industrie wurden 1920 in dem Theaterstück »R.U.R.« von Karel Čapek maschinenähnliche künstliche Arbeiter in Tanks gezüchtet und »Roboter« getauft. Die Geburt der Kunstwesen spiegelt die ersehnte Befreiung von Frondiensten – entsprechend dem tschechischen Wort robota – oder der Industriearbeit wider. Etwas später liegt in Fritz Langs »Metropolis« die Erlösung gleich der gesamten geknechteten Arbeiterklasse in der Schöpfung eines Maschinenwesens.
Mit neueren virtuellen Mischwesen sind wir seit R2D2 in »Star Wars«, den Transformern oder den Avataren gut vertraut, aber immer häufiger begegnen wir realen Humanoiden Robotern. Auf YouTube schlagen sie synchron Purzelbäume oder treffen mit unfehlbarer Sicherheit den Basketball-Korb und manchmal kommen sie an den Tisch im Café, um leere Tassen einzusammeln.
Hat die Menschheit keine bessere Idee, als bei der anhaltenden Bevölkerungsexplosion auf demnächst 8 Milliarden Menschen die Spezies technisch zu klonen? An der Schwelle zum KI-Zeitalter ist der Traum von einer motorischen und kognitiven Replik des Menschen mit Gefühlen und Bewusstsein für Wissenschaftler*innen und Ingenieur:innen zu einer unwiderstehlichen Motivation geworden. Mit der Entwicklung neuester Humanoider Roboter zeigt sich auch die Hybris der Menschen, wenn sie gottgleich eine Kreatur als Ebenbild erschaffen.
Die typologische Serie von 18 Fotografien soll das Wesen der technischen Kreaturen spürbar machen und Fragen danach stellen, welche Vorstellungen Menschen für ihr künstliches Abbild haben.
Die Serie »Hallo, Humanoid.« ist Teil der Arbeit »Tomorrow is the Question«.