Es gibt Portraitaufträge, die ein tolles Erlebnis waren und wiederum andere, die ein gutes Ergebnis gebracht haben. Ein gutes Erlebnis war der Fototermin für das Greenpeace Magazin, bei dem ich die damalige Kultusministerin Claudia Roth und die Klimaaktivistin Pauline Brünger fotografierte.
Wir waren wie immer eine Stunde früher vor Ort und ich versorgte nach Ankunft im Jakob-Kaiser-Haus zuerst unser Kind bis es einschlief. Mein Mann war mitgekommen, um sich um unsere Tochter zu kümmern, falls sie aufwacht. Die Redakteur:innen überzogen das Interview, das sie mit Claudia Roth, der Klima-Aktivistin Pauline Brünger und der Umweltaktivistin Jennifer Morgan führten. Mein Mann schrieb mir, dass das Baby wach ist und weint, noch bevor ich anfangen konnte zu fotografieren. Portraits werden oft am Ende des Interviews fotografiert. Selbst auf Nachdruck der Assistentin von Frau Roth beendeten die Redakteur:innen ihr Gespräch nicht und so hatte ich am Ende nur eine schnelle Minute Zeit für das Bild.
Aus dem Interviewraum heraus hörte ich bereits mein weinendes Kind vor der Tür. Es muss schon lange gewartet haben. Das Interview wurde beendet, die Redakteur:innen verließen den Raum und Frau Roth strahlte mein weinendes Kind an, das auf dem Arm meines Mannes hereingetragen wurde. „Oh Engelchen!“ rief sie ihm zu. Meine Tochter hörte auf zu weinen und ich fotografierte Frau Roth, während ich meine Tochter auf dem Arm hielt. Mein Mann war so geistesgegenwärtig, den Moment festzuhalten. Das Bild wurde später vom Greenpeace-Magazin im Artikel abgedruckt.